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Vorsicht! Abzocke im Internet!

Immer wieder findet man im Internet verschiedene Angebote, bei denen phantastischste Gewinne und Provisionen in extrem kurzer Zeit oder Spitzenverdienste durch Heimarbeit am Computer, unabhängig von der Qualifikation, versprochen werden. Dabei geht es aber ausschließlich darum, leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schnell reich wird niemand, der sich auf eine derartige Offerte einlässt. Hohe Verdienste erzielt allerhöchstens der Anbieter dieser dubiosen und am Rande der Legalität angesiedelten Verlockungen.

Schnell reich werden!", "Reich in 30 Tagen!", "10000 Euro pro Monat mit Heimarbeit!", etc. So und so ähnlich lauten die Versprechungen, die gezielt auf den Traum vieler Menschen von einem finanziell unabhängigen Leben anspielen. Es wird dabei gezielt der Eindruck vermittelt, durch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets könne es jeder ohne nennenswerten Aufwand in sehr kurzer Zeit zu einem stattlichen Vermögen bringen. Einige Angebote sollen einen seriösen Anstrich erhalten, indem behauptet wird, natürlich könne man nicht schnell Millionär werden, aber es sei ganz einfach, Summen von einigen tausend Euro im Monat ohne persönliche Anstrengung, praktisch aus dem Nichts, zu ergattern.

Bei den beschriebenen Angeboten handelt es sich entweder um plumpe Schneeballsysteme oder um dreistes Abkassieren von Vorleistungen, die erst einmal erbracht werden sollen, bevor man an "das grosse Geld" herankommt. Grundsätzlich gilt: Immer wenn für ein angeblich lukratives Verdienstmodell erst einmal eine finanzielle Vorleistung nötig ist, handelt es sich um Abzocke, von der man auf jeden Fall die Finger lassen sollte!

Schneeballsysteme hat es auch schon vor den Zeiten des Internet in Form der Kettenbriefe gegeben. Diese Systeme beruhen auf dem Prinzip, für die Teilnahme geworben zu werden, jemandem dafür eine Gebühr zu zahlen, selbst weitere Leute zu werben und irgendwann selbst Geld zu erhalten. Dabei sind die Systeme so ausgelegt, dass die von einem selbst Angeworbenen ihrerseits weitere Teilnehmer werben. Durch das Anwerben von beispielsweise fünf weiteren Teilnehmern, die ihrerseits jeweils fünf Teilnehr anwerben, die ebenfalls jeweils fünf weitere Teilnehmer hinzugewinnen, usw., soll ein lavinenartiges Anwachsen der Teilnehmerzahl gewährleistet sein, von denen man dann einmal riesige Gewinne zu erwarten hat. Daher rührt der Name der Systeme her. Es ist klar ersichtlich, dass ein Schneeballsystem nur funktionieren kann, wenn ständig neue Teilnehmer geworben werden. Dies führt dazu, dass irgendwann eine grosse Zahl Leute auf ihrem Verlust sitzenbleibt, nämlich spätestens dann, wenn bereits alle teilnahmewilligen Menschen der Weltbevölkerung teilgenommen haben. Umgangssprachlich ausgedrückt haben Schneeballsysteme die Eigenschaft, dass den Letzten die Hunde beissen. Aus diesem Grund sind diese Systeme nicht gestattet! Hinzu kommt, dass in der Praxis eigentlich nur der Initiator des Systems wirklich profitiert, während die gutgläubigen Teilnehmer feststellen müssen, dass es gar nicht so leicht ist, selbst andere Gutgläubige zu finden.

Die im Internet verbreiteten Schneeballsysteme behaupten meist, legal zu sein, da nicht einfach nur Geld gezahlt werden soll, sondern ein richtiges Produkt, nämlich ein E-Book, verkauft wird. Zuerst soll man also diese Datei von einer Adresse, die in einer Liste auf einer Internetseite oder einer E-Mail an erster Stelle steht, gegen Gebühr anfordern, dann selbst seine eigene Adresse an die unterste Position der Liste setzen und die oberste Adresse löschen. Daraufhin muss man nur noch kräftig im Internet Werbung machen (oder Freunde und Bekannte belästigen). Den Versprechungen nach kann man sich nach einiger Zeit vor den tausenden Bestellungen für das E-Book, das nach erfolgter Zahlung einfach per E-Mail weiterverschickt werden muss, gar nicht mehr retten. Die Legalität soll dadurch gewährleistet werden, dass keinesfalls den Letzten die Hunde beissen, da dieser auf jeden Fall das tolle, wertvolle E-Book erhält. Bei diesem E-Book handelt es sich aber nur um eine Datei mit komplett wertlosen Informationen, beispielsweise darüber, wie man eine E-mail verschickt oder eine Internetseite erstellt.

Heimarbeits- und Provisionssysteme werden im Internet als geniale und völlig neuartige Methode zum Geldverdienen beworben. Hierbei soll durch eine sehr geringe Arbeitsleistung, zum Beispiel das Bearbeiten und Weiterverschicken von E-Mails oder den Verkauf von Internetadressen, eine sehr hohe Provision oder ein sehr hoher Gewinn erwirtschaftet werden. Zuvor allerdings muss der Teilnahmewillige erst einmal teures Informationsmaterial anfordern, das sich dann als völlig wertlos herausstellt, ein kostenpflichtiges Seminar buchen oder für ein gewisses Produkt in Vorleistung gehen: Zum Beispiel müssen Internetadressen, die angeblich lukrativ verkauft werden können, erst selbst erworben werden. Der versprochene Gewinn bleibt dann allerdings aus und das verlorene Geld wird nicht zurückerstattet.

Derartige Abzocke gibt und gab es natürlich auch ausserhalb des Internets. Allerdings wird im Internet in ganz dreister Weise behauptet, das neue Medium sei eine Art Gelddruckmaschine für Jedermann. Auf den entsprechenden Seiten wird derjenige, der nicht auf ein gewisses Angebot eingeht, fast für verrückt erklärt. Anhand mehrerer Erfolgsgeschichten, die natürlich frei erfunden sind, wird nachgewiesen, wie man innerhalb von einigen Wochen zu ansehnlichem Wohlstand gelangt. Besonders auffällig ist, dass man sich in der Regel erst durch einige mit Text vollgeladene Seiten lesen muss, um überhaupt eine wage Ahnung davon zu erhalten, worum es eigentlich geht.

Nochmals die Warnung: Niemals in Vorleistung treten! Die einzige Möglichkeit, sich im Internet ein wenig Geld nebenher zu verdienen, ist das Lesen von Paidmails. Hierbei wird keine Vorleistung gefordert. Die Anmeldung ist völlig unverbindlich und das sofortige Abmelden ist jederzeit möglich.